Direkt zum InhaltDirekt zur Navigation

Navigation
  • News
  • Die Gemeinde Ebikon budgetiert ein Defizit von 1,6 Millionen

Die Gemeinde Ebikon budgetiert ein Defizit von 1,6 Millionen

Publiziert: 24.10.2016

Ebikon entwickelt sich und verzeichnet mehr Steuerpflichtige. Auch die Schülerzahlen und die ältere Wohnbevölkerung nehmen zu. Im Gebiet Halte neben den Bahnhof ist ein neues Quartier mit Kindergarten und Altersbetreuung entstanden.

Der Gemeinderat erwartet 2017 ein Minus von 1,6 Millionen Franken. Rund eine Million mehr als im Vorjahr gibt Ebikon in der Bildung aufgrund zunehmender Schülerzahlen und der vermehrten Nutzung ausserschulischer Betreuungsangebote aus. Auch für die Gesundheit sind rund zwei Millionen mehr budgetiert, weil der Anteil der älteren Wohnbevölkerung deutlich ansteigt. Der übrige Aufwand liegt in etwa im Bereich des Budgets 2016. Der Steuerertrag wird bedingt durch die Zunahme der Steuerpflichtigen und das erwartete Wirtschaftswachstum ansteigen.

Wie bereits in den letzten beiden Vorjahren muss der Gemeinderat den Stimmberechtigten einen Voranschlag mit Defizit unterbreiten. 2017 wird der Aufwand mit 82,65 Millionen den Ertrag von 81 Millionen Franken übersteigen. „Trotz des Defizits ist die Finanzlage der Gemeinde gesund: Wir verfügen per Ende Dezember 2015 über Eigenkapital von 9,32 Millionen Franken, das in schwierigen Zeiten hilft“, sagt Susanne Troesch-Portmann, Gemeinderätin Ressort Finanzen. Die Aufwände bleiben bei fast allen Sachgebieten ausgeglichen im Vergleich zum Vorjahr. Ausnahmen sind die Bildung sowie die Gesundheit. Die Bildung kostet brutto knapp 24 Millionen. Dies entspricht einer Zunahme von rund einer Million Franken. Weitere grosse Budgetposten sind die Gesundheit mit brutto knapp 20 Millionen Franken und die Soziale Wohlfahrt mit 15 Millionen Franken. Ertragsseitig ist eine überdurchschnittliche Zuwachsrate von vier Prozent budgetiert, weil die Anzahl Steuerpflichtiger zunimmt und sich auch das Wirtschaftswachstum weiterhin positiv entwickelt. „Ebikon wächst gesellschaftlich und baulich stark als Agglomerationsgemeinde“, stellt Troesch-Portmann fest.    

Gemeinde hat Angebote ausgebaut
Die Entwicklung der Gemeindefinanzen ist geprägt durch neue Angebote, welche zum Teil gesetzlich vom Bund oder Kanton vorgegeben sind. "So ist der zweijährige Kindergarten umgesetzt, wie dies gemäss kantonalem Volksschulbildungsgesetz vorgegeben ist", erklärt Gemeinderätin Susanne Troesch-Portmann. Insgesamt steigen die Schülerzahlen, sodass mehr Abteilungen geführt werden müssen. Seit August 2016 werden 1‘267 Kinder unterrichtet. 2015 waren es 1‘238. Auch die ausserschulischen Betreuungsangebote werden immer mehr genutzt und führen zu dementsprechend grösserem Aufwand. Bei der Gesundheit hat das Zentrum Höchweid die Pflegeabteilung Kurzzeit und die Cafeteria im Känzeli von der Spitex übernommen. „Diese Angebote waren bisher nicht kostendeckend und werden es auch in nächster Zukunft nicht sein. Deshalb subventioniert die Gemeinde diese Angebote mit Zuschüssen aus allgemeinen Steuermitteln. Der Anstieg der älteren Wohnbevölkerung ist weiterhin eine grosse Herausforderung“, führt Troesch-Portmann aus. Der Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre dürfte von heute 17 Prozent bis ins Jahr 2021 auf 19,5 Prozent ansteigen.

Investitionen in die Zukunft
Wie bereits in den vergangenen Jahren investiert die Gemeinde Ebikon stetig in die Infrastruktur. Für das Jahr 2017 sind Investitionen von 4,9 Millionen Franken budgetiert. Mit diesem Geld werden die Schulliegenschaften saniert und die Schlösslistrasse erneuert. Auch der Bushub Ebikon ist zu planen, welcher 2019 in Betrieb genommen werden soll.

Gesunde Finanzen
Die Gemeinde Ebikon verfügt per Ende Dezember 2015 über ein Eigenkapital in der Höhe von 9,32 Millionen Franken. „Mit diesem Eigenkapital federn wir das Defizit ab“, sagt Troesch-Portmann. „Insgesamt darf die Finanzlage der Gemeinde Ebikon als gesund bezeichnet werden, denn im kantonalen Vergleich stehen wir mit einem Steuerfuss von 1,9 Einheiten und einer Nettoschuld pro Einwohner/in von 1‘825 Franken gemäss der Rechnung von 2015 gut da. Unser strategisches Ziel ist, dass ab 2020 ausgeglichene Rechnungsabschlüsse zustande kommen. Hierzu bedarf es von allen Seiten der Zurückhaltung, Sparsamkeit und eines sorgfältigen Umgangs mit den zur Verfügung stehenden Mitteln. Wir wollen eine attraktive Gemeinde mit vielfältigen Angeboten bleiben, werden aber gleichzeitig laufend Angebote und Leistungen überprüfen. Dies nicht zuletzt auch im Hinblick darauf, dass das kantonale Sparpaket bzw. Konsolidierungsprogramm 17 (KP 17), Ebikon mit zusätzlich rund 610‘000 Franken belastet. Dies, sofern das KP 17 unverändert vom Kantonsrat verabschiedet wird. Ebikon wehrt sich gemeinsam mit den K5 Gemeinden Stadt Luzern, Emmen, Kriens und Horw unter der Federführung des Gemeindeverbands LuzernPlus. Auch ein allfälliges Referendum des Verbands Luzerner Gemeinden (VLG) stützt Ebikon“, schliesst Troesch-Portmann ab.

Orientierungsversammlung
Die öffentliche Orientierungsversammlung zum Voranschlag 2017 und zur Fusion Musikschule Rontal findet am Mittwoch, 9. November, um 19.30 Uhr in der Aula Wydenhof in Ebikon statt. Am 27. November 2016 befinden die Stimmberechtigen an der Urne über die beiden Geschäfte. Zusätzlich stellt die Gemeinde die Ergebnisse aus der Mitwirkung zum Thema „Zentrum Ebikon stärken“ und das weitere Vorgehen an der Orientierungsversammlung vor. Im Anschluss sind alle zum Apéro eingeladen.

abgelegt unter: