04. März 2026
Michael Schürmann, Sie sind Sicherheitsbeauftragter der Gemeinde Ebikon. Welche Aufgaben fallen in Ihren Bereich?
Michael Schürmann: Ich bin für alle Themen rund um die Sicherheit zuständig. Dazu gehören die gemeindeeigenen Liegenschaften wie Schulen, das Gemeindehaus und der öffentliche Raum. Ich arbeite dabei eng mit der Luzerner Polizei, Feuerwehr und der Gemeindeverwaltung zusammen.
Im öffentlichen Raum geht es vor allem um den Informationsfluss zwischen Werkdienst, Polizei und Gemeinde. Etwa bei Sprayereien, Vandalismus oder Anlässen wie der Fasnacht und Festivals.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Arbeitssicherheit sowie die Sicherheit der Mitarbeitenden der Gemeinde. Ich beurteile Risiken und stimme Massnahmen mit der Feuerwehr, der Polizei, dem Gemeinderat und den Schulleitungen ab.
Brandschutz ist ein Thema, das seit dem Fall Crans-Montana stärker im öffentlichen Fokus steht. Was lässt sich aus fachlicher Sicht für Ebikon ableiten?
Schürmann: Wir haben die Kontrollen an den Gemeindeliegenschaften nochmals intensiviert. Im Januar und Februar überprüften wir in allen Schulräumen und Kindergärten, ob die brandschutztechnischen Vorgaben eingehalten werden.
Vieles hatten wir bereits in den vergangenen Jahren aufgegleist, also vor Crans-Montana. Das Ereignis nahmen wir jedoch zum Anlass, die Kontrollen erneut durchzuführen. Zusätzlich prüften wir Schallschutzdecken, die schon länger im Einsatz sind. Wo nötig ersetzen wir diese, damit die volle Brandschutzfähigkeit gewährleistet bleibt.
Wer ist in Ebikon für den Brandschutz zuständig, die Gemeinde oder die Gebäudeversicherung Luzern (GVL)?
Primär ist die GVL für den Brandschutz und die Kontrollen zuständig. Die Feuerwehr ist im Ereignisfall das ausführende Organ.
Die Gemeinde trägt die Verantwortung für ihre eigenen Liegenschaften. Wir stellen sicher, dass Fluchtwege frei sind, Feuerlöscher und Löschdecken vorhanden und kontrolliert sind und Brandmeldeanlagen funktionieren sowie dem Stand der Technik entsprechen.
Auch in Gemeindeliegenschaften führt die GVL Kontrollen durch und überprüft, ob die Vorschriften eingehalten werden.
Wichtig ist: Für die Einhaltung der bau- und feuerpolizeilichen Vorschriften sind grundsätzlich die Eigentümerschaft und die Nutzenden verantwortlich.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit mit der GVL?
Wir haben feste Ansprechpartner bei der GVL. Bei Fragen oder Unsicherheiten holen wir dort eine Einschätzung ein. Nach dem Ereignis in Crans-Montana klärten wir zum Beispiel, welche Regeln für Feuerwerke in Innenräumen gelten. Auf dieser Grundlage konnten wir entsprechende Informationen weitergeben.
Übernimmt die Gemeinde weitere Rollen in Sachen Brandschutz?
In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr organisieren wir Brandschutzschulungen. Diese richten sich an Unternehmen auf Ebikoner Boden sowie Lehrpersonen, Mitarbeitende von Schulen, Kindergärten und der Verwaltung.
Die Schulungen führt die Feuerwehr durch. Unternehmen können sich direkt bei der Feuerwehr oder bei mir melden. Das Angebot richtet sich vor allem an mittlere und grössere Betriebe.
Leg: Die Sicherheit legt einen besonderen Fokus auf das ehemalige Restaurant Löwen.
Welche Gebäude im Gemeindeinventar stehen besonders im Fokus?
Ein besonderes Augenmerk legen wir auf ältere Holzbauten wie das ehemalige Dorfschulhaus oder das ehemalige Restaurant Löwen. Dort setzen wir laufend Massnahmen um und prüfen regelmässig, ob alle Vorgaben eingehalten sind.
Das heisst?
Die Kontrollen erfolgen zusammen mit der Feuerwehr. Wir arbeiten mit Checklisten: Sind Fluchtwege frei, gibt es Stolperfallen, sind Feuerlöscher zugänglich und signalisiert, wissen Personen, wie sie im Notfall reagieren müssen? Liegen entzündliche Stoffe herum?
Wie gut ist Ebikon heute im Bereich Brandschutz aufgestellt?
Soweit ich das beurteilen kann, sind die Liegenschaften der Gemeinde so ausgerüstet, dass im Ereignisfall sofort Massnahmen eingeleitet werden können. Fluchtwege sind vorhanden und nutzbar. Die Mitarbeitenden wissen, wie sie reagieren müssen.
Mit der Feuerwehr Ebikon-Dierikon haben wir zudem einen starken Partner, der im Ereignisfall rasch und professionell unterstützt.
Abschliessend, was können Leserinnen und Leser tun, um zuhause zum Brandschutz beizutragen?
In der Küche empfiehlt sich eine Löschdecke in Griffnähe. Diese sollte nicht direkt über oder unter dem Kochherd oder dem Backofen aufbewahrt werden. Auch Rauchmelder erhöhen die Sicherheit. Sie alarmieren mit einem Signalton, wenn Rauch entsteht.
Weitere wichtige Punkte: Kabelrollen vollständig abrollen, nicht zu viele Geräte an einen Anschluss anschliessen. Mehrfachsteckdosen nicht hintereinander stecken. Ladegeräte ausstecken, wenn sie nicht gebraucht werden. Leistungsstarke Geräte wie ein Raclette oder Fondueofen, eine Elektroheizung, einen Haartrockner nicht gleichzeitig an derselben Steckdose betreiben.