06. März 2026
Bilder der Luzerner Fasnacht aus der App «Ebikon Aktuell» sorgten für Diskussionen mit dem Techkonzern Google. Das Unternehmen stuft Fotos vom Güdisdienstag-Umzug als «Darstellungen von Gewalt» ein und verlangt eine höhere Altersfreigabe für die App. Deshalb wird die Altersfreigabe der App von drei auf 13 Jahre erhöht.
Eines der Bilder zeigt ein Kostüm des sterbenden Löwen vom Löwendenkmal in Luzern. Der Gestalter des Kostüms, Rafael Egli, hat sich daraufhin bei der Gemeinde Ebikon gemeldet. Ihm ist es ein Anliegen, den Hintergrund seiner Idee zu erklären:
Egli schreibt, die Figur trage bewusst etwas Grausames in sich. Sie sei das Ergebnis einer intensiven inhaltlichen Auseinandersetzung. Die dargestellte Figur zeige den «auferstandenen Denkmallöwen» von Luzern. Das weltbekannte Löwendenkmal erinnert an die 1792 in Frankreich gefallenen Schweizergardisten. Im Original trägt der sterbende Löwe die Andeutung eines Speerdurchstosses auf der linken Seite. Seine Darstellung greife genau diesen Moment auf.
Der Löwe trägt einen im Kampf beschädigten Waffenrock der historischen Schweizergarde. Die Figur verstehe sich nicht als Provokation, sondern als Mahnmal in Bewegung. Der «auferstandene Löwe» stelle die Frage, wie viel aus der Geschichte gelernt wurde. Er erinnere an Gewalt und mache deren Folgen sichtbar.
Die Botschaft, die Egli während der Fasnacht mit dem Publikum teilte, stammt von Mahatma Gandhi:
«Erkenne deinen Löwenmut.
Frieden statt Menschenblut.
Es gibt keinen Weg zum Frieden – Frieden ist der Weg.»
Die Figur sei ein künstlerischer Beitrag zur Luzerner Fasnacht, die seit jeher auch gesellschaftliche Themen spiegle: manchmal laut, manchmal gruusig, manchmal unbequem, aber stets im Dialog.